Aufteilung des Ehevermögens im Scheidungsfall (Österreich)

Nach §82 des österreichischen Ehegesetzes ist Eigentum, das schon vor der Ehe bestand, und solches, das während der Ehe geerbt oder durch Schenkung erworben wurde, von der Vermögensaufteilung nach einer Scheidung ausgenommen. Eine Ausnahme bildet im Allgemeinen die gemeinsame Ehewohnung, auf deren Benützung im Scheidungsfall beide Partner Anspruch haben, auch wenn die Wohnung vielleicht nur einem der beiden gehört.

Eine weitere von der Vermögensaufteilung ausgenommene Vermögenskategorie bilden alle Werte, die sich im Besitz eines Unternehmens befinden, sowie Unternehmensanteile, die mit der Führung eines Unternehmens verbunden sind. Sofern nicht anders vereinbart, unterliegen alle anderen Vermögenskategorien wie z.B. liquide Ersparnisse und Gebrauchsvermögen prinzipiell der nachehelichen Vermögensaufteilung.

Es kann in einem Ehevertrag zwar festgehalten werden, dass auch andere Vermögenskategorien von der Aufteilung ausgeschlossen sein sollen. Allerdings können solche Vereinbarungen bei zu offensichtlicher Benachteiligung einer der beiden Seiten vom Gericht als sittenwidrig und damit ungültig erklärt werden. Wie beim Thema nachehelicher Unterhalt sollte auch hier darauf geschaut werden, dass die ehelichen Vermögenswerte fair verteilt sind.

Zur Startseite